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Klosterer zwischen Hoffen und Bangen

Datum: 02.06.2015Kategorie: Fußball 1. Mannschaft
Klosterer zwischen Hoffen und Bangen

Sollte der TSV 1860 München heute aus der zweiten Liga absteigen, hätte die Klosterer ihre sportliche Zukunft wieder in den eigenen Händen.

Von außen betrachtet schaut alles ganz normal aus: Zwei jeweils mit rotem Dress oder grünen Leibchen versehene Teams liefern sich ein munteres Trainingsspiel. Mittendrin Übungsleiter Florian Schlicker, der immer wieder korrigierend eingreift oder gelungene Aktionen belobigt. Ein aufmerksamer Beobachter aber wird bald die leicht angespannte Atmosphäre spüren und sehen, mit welcher Konzentration die Protagonisten zu Werke gehen.
Tatsächlich ist dieser Tage beim SV Seligenporten recht wenig normal, vielmehr befindet der Klub sich sogar in einer Art Ausnahmezustand. So ist dieses Szenario Teil der Vorbereitung auf die Relegations-Partie gegen den FC Pipinsried - ein Spiel, das nur unter ganz bestimmt Voraussetzungen stattfindet. Nämlich dann, wenn der TSV 1860 München in der Relegation gegen Holstein Kiel die erneute Zulassung für zweite Liga verpassen sollte. Andernfalls müsste der SVS den direkten Weg in die Bayernliga antreten.   „Wir stecken in einer unwirklichen Situation“, muss sich Schlicker erst mit dieser merkwürdigen Gemengelage anfreunden. Das sich diese bis zum heutigen Dienstag hinzieht, wenn in München das zweite und entscheidende Spiel stattfindet, stuft der Coach, als „nicht so einfach ein“, einen Spannungsabfall aber befürchtet er nicht: “Die Mannschaft ist heiß. Wir klammern uns an diesen Strohhalm und werden den Trainingsbetrieb ganz normal weiterführen, damit wir für den Ernstfall gerüstet sind.“ Verteidiger Dominik Räder, seines Zeichens dienstältester Spieler schlägt in dieselbe Kerbe: „Wir können froh sein, dass wir überhaupt noch am Leben sind. Es wäre ja schon fahrlässig, nun nicht nochmal alles dafür zu tun, um eine mögliche Relegation erfolgreich bestreiten zu können.“ Wie sehr das Team darauf fixiert ist, diese so sonderbare Spielzeit mit einem versöhnlichen Abschluss zu versehen, erschließt sich auch aus der Tatsache, dass sich alle Akteure eventuell angedachte Urlaubsfreuden versagen und zur Verfügung stehen würden. Muss die Lage in Anbetracht der Umstände als durchaus positiv angesehen werden, birgt sie doch auch manches Handicap. So wirkt sich  die viel zu kurze Sommerpause nicht nur kontrapunktiv auf die Regeneration der Akteure aus, sondern erschwert zudem, so der erste Vorsitzende Walter Eisl, „die Planungen für die neue Spielzeit ganz erheblich.“
Und weil die Qual des Wartens und die Rolle des ohnmächtigen Zuschauers in der Gruppe wesentlich leichter zu ertragen ist, versammelt sich die Mannschaft bei den für sie so zukunftsweisenden Duellen der Löwen gegen Kiel geschlossen vor dem Fernseher. Sollten die Münchner an diesem Dienstag tatsächlich absteigen und den SVS in die Relegation hieven, müssten die Klosterer schon tags darauf beim FC Pipinsried antreten. Es passt wie die Faust aufs Auge, dass auch der Süd-Bayernligist aus dem oberbayerischen Landkreis Dachau kein „normaler“ Relegant ist, sondern davon profitierte, dass der eigentliche Tabellenzweite SV Pullach keine Regionalligalizenz beantragte. Trotzdem aber wird der mit einigen erfahrenen Spielen gespickte FCP den Klosterern eine Menge abverlangen. Größter Trumpf der Mannschaft um den erst 27-jährigen Spielertrainer Thomas Strobl ist wohl die Unberechenbarkeit, zeugt doch der Umstand, dass an den 81 erzielten Toren 19 der insgesamt 20 eingesetzten Akteuren beteiligt waren, von enormer taktischer Flexibilität.
                                                              
Am Rande notiert:
Während der FC Pipinsried bereits im der vergangenen Saison in der Relegation zur Regionalliga spielte, dort aber gegen 1860 Rosenheim verlor, liegt für den SVS ein derartiges Szenario schon länger zurück. In der Saison 2008/09 gelang den Klosterern in der damals noch eingleisigen Bayernliga gegen den FC Affing (3:0) und der SpVgg Landshut (1:0) der Klassenerhalt.

Sollte es tatsächlich zum Spiel gegen Pipinsried kommen, dann ist dies auch ein Duell der Dörfer. Ist das Klosterdorf mit etwa 1400 Einwohnern schon ein recht kleiner Fleck auf der Landkarte, unterbietet das etwa 600 Personen beherbergende Pipinsried diese Marke noch ganz erheblich.
 

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