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Eine Vorrunde mit Stoff für eine ganze Saison

Datum: 05.11.2016Kategorie: Fußball 1. Mannschaft
Eine Vorrunde mit Stoff für eine ganze Saison

Ein katastrophaler Saisonstart mit überraschenden Abschieden folgte ein kaum erhoffter Aufschwung, bevor dann wieder die Geister der Vergangenheit auftauchten – beim SV Seligenporten war allerhand geboten.

Halbzeit! Mit der 2:4-Niederlage gegen den FC Memmingen am vergangenen Wochenende schloss der SV Seligenporten eine Vorrunde ab, die es wahrlich in sich hatte und genug Stoff für eine ganze Saison beinhaltete. So war da zunächst einmal der Katastrophenstart mit sechs Niederlagen in Serie und der damit einhergehenden grotesken Torbilanz von 3:28. Maßgeblich daran beteiligt, war natürlich das Spiel beim FC Augsburg II, wo es mit 0:12 eine historische Klatsche setzte, die für ein bundesweites Rauschen im Blätterwald und zahllosen Klicks im Netz sorgte. Nachdem dann der erst im Sommer mit immensen Hoffnungen verpflichtete Ex-Profi Juli Judt und wenig später auch der „ewige Klosterer“ Dominik Räder aus beruflichen Gründen den Dorfklub verließen, drohte das Abenteuer Regionalliga ganz schnell zu einer echten Horrorshow zu mutieren. Die allermeisten Vereine wären wohl spätestens jetzt den sogenannten branchenüblichen Mechanismen erlegen und hätten für Veränderungen auf der Trainerposition gesorgt. Ganz anders hingegen SVS-Vereinsboss Walter Eisl, der einen ganz anderen Weg beschritt, als er unmittelbar nach der 1:4-Niederlage gegen den 1. FC Nürnberg II meinte: „Wir bleiben ruhig und werden, was die Trainerfrage angeht, nichts aber auch gar nichts ändern.“ Diese Stellengarantie wertete das Trainerduo Florian Schlicker und Serdal Gündogan damals als „herausragendes Zeichen.“ Der Dank an den „Chef“ folgte eine Woche später, indem seine Angestellten beim FV Illertissen mit einem 1:0-Sieg für eine faustdicke Überraschung sorgten. War dieses Ereignis bestimmt auch darauf zurückzuführen, dass der hochfavorisierte FVI seinen Gast ziemlich unterschätzte, polierten die Seligenportener dann mit einer Serie mit nur einer Niederlage in den folgenden neun Partien ihren arg ramponierten Ruf wieder kräftig auf und sprangen sogar bis auf einen Nichtabstiegsplatz vor. Einen nicht  geringen Anteil an diesem Aufschwung darf Marcel Schelle für sich beanspruchen. Die von Schlicker und Gündogan damals durchaus gewagte Entscheidung, den von der U19 des FC Erzgebirge Aue gekommenen Blondschopf,   die nach dem Abschied von Judt vakante „Sechser-Position“ anzuvertrauen, erwies sich sehr bald als gelungener Schachzug. Eigentlich eher der Offensive zugewandt, wuchs Schelle ob seines  guten Auges, immensem Lernwillens und starkem Zweikampfverhaltens zu einem unverzichtbarer Bestandteil der Kloster-Elf heran. Würde ein Märchen an dieser Stelle nun Enden und alle Protagonisten zufrieden stimmen, gilt dies für die Realität nicht. So war es neben Schelle nur noch Marcel Mosch, der die in ihn gesetzten Hoffnungen, als Neuzugang der Mannschaft nachhaltig  Impulse zu verleihen, dann auch tatsächlich umsetzten konnte. Sämtliche anderen erst verpflichteten Akteure kamen entweder über die Rolle des Einwechselspielers nicht hinaus, verschwanden in den Niederungen der in der Bezirksliga spielenden U23 oder entzogen sich aufgrund langwieriger Verletzungen einer seriösen Beurteilung. „Bei uns haben die Spieler keine Zeit sich einzugewöhnen, sondern spüren gleich den Druck“, legt Trainer Serdal Gündogan die Ursachen dar, um  sogleich zuversichtlich anzufügen: „Wir glauben weiter an die Spieler und daran, dass sie uns bald weiterhelfen.“ Viel Stirnrunzeln und nicht weniger Ratlosigkeit erzeugten  überdies die gravierenden Formschwankungen. Fügte der SVS dem souveränen Spitzenreiter aus Unterhaching am zehnten Spieltag den ersten Punktverlust überhaupt zu und brachte auch die Münchner Löwen in deren eigenem Gehege an den Rand einer Niederlage, folgte jeweils nur eine Woche danach mit einer Niederlage in Ingolstadt sowie dem Remis gegen Rosenheim die Enttäuschung auf dem Fuße. Mitverantwortlich hierfür war auch die stets wiederkehrende Abschlussschwäche, gepaart mit der Anfälligkeit bei Kontern. „Wir müssen vor dem Tor konsequenter und in der Rückwärtsbewegung konsequenter sein“, mahnte Coach Schlicker schon vor längerem. Das diese Baustellen, obwohl steter Trainingsinhalt, noch immer nicht geschlossen sind, wurde bei der Niederlage in Garching deutlich, wo es der SVS nicht verstand, seine wesentlich größeren Spielanteile erfolgsbringend umzumünzen. Im jüngsten Auftritt gegen den FC Memmingen dann zogen gar die eigentlich schon verbannt geglaubten Schatten aus der Frühphase der Saison ins Spiel der Klosterer ein, als man nach gerade einmal vier Minuten aufgrund haarsträubender Fehler schon mit 0:2 ins Hintertreffen geriet.
Um diese Geister nun, kurz nach Halloween, ganz schnell wieder zu besänftigen und das nur drei Zähler umfassende Polster zum ersten Abstiegsplatz nicht noch mehr schrumpfen zu lassen, braucht es zum Auftakt der Rückrunde an diesem Samstag (14 Uhr) gegen die SpVgg Greuther Fürth II unbedingt Punkte. „Wir dürfen nicht so viele Fehler machen wie zuletzt, sondern zielstrebiger nach vorne spielen und mutiger verteidigen“, nennt Gündogan die Zutaten, die zum fünften Saisonsieg verhelfen sollen. Ist dieser noch im Reich des Ungewissen verborgen, steht dagegen schon fest, dass das Team ein anderes Gesicht erhält. So muss Gündogan der Trainer gezwungenermaßen mit dem für drei Spiele rotgesperrten Patrick Hobsch auf seinen besten Torjäger verzichten. Um diese Lücke zu füllen, könnte es sein, dass der nach seinem Muskelfaserriss zuletzt nur als Einwechselspieler zum Zuge gekommene Bastian Herzner in die Startformation rückt. Absolut sicher hingegen ist die Rückkehr von Julian Schäf, der nach verbüßter Gelbsperre die gegen Memmingen so anfällige rechte Seite stabilisieren soll. Dies wird auch, was den Rivalen aus Fürth angeht, absolut nötig sein. Zwar weisen die Greuther mit ihren zwölften Tabellenrang eine nicht eben berauschende Bilanz aus, allerdings  gestalteten sich sämtliche acht Niederlagen recht knapp, sechs davon sogar mit nur einem Tor Unterschied. Dessen ist sich auch Gündogan nur zu bewusst, wenn er sich auf einen „spielstarken Gegner“ gefasst macht. Freilich aber kennt er auch die Qualität der Seinen und freut sich auf die Chance „nun vieles positiver zu machen, als in der Vorrunde.“                                      


 

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